Ausschuss für Umwelt und Grünflächen:
Anträge der SPD-Fraktion zur Sitzung des Ausschusses am 30. Mai 05 - die Anträge wurden alle mit großer Mehrheit beschlossen
31.05.2005

Antrag der SPD-Fraktion vom 19.05.2005
hier: Lärm- & Feinstaubbelastung von Gemeindestraßen in Duisburg
Inhalt
Die Verwaltung wird beauftragt, eine Übersicht über die besonders lärm- und feinstaubbelasteten Gemeindestraßen vorzulegen, aus der die Grenzwertüberschreitungen und die Verkehrszahlen für die Straßen hervorgeht. Dabei sind die Straßen deutlich zu machen, bei denen der Anteil des Schwerlastverkehrs besonders hoch ist.
Begründung:
Bei der laufenden Diskussion über Luftreinhaltepläne für Duisburg wird deutlich, dass Grenzwertüberschreitungen bei Lärm und Feinstaub ihre Ursache oft im Verkehr haben. Eine zielführende Diskussion über verkehrslenkende Maßnahmen zur Vermeidung von Grenzwertüberschreitungen ist aber nur möglich, wenn für das gesamte Stadtgebiet von Duisburg deutlich wird, wo Grenzwertüberschreitungen schon bekannt sind und wo aufgrund
der Verkehrssituation, der Verkehrsmenge, der Nähe zum Wohnen etc. damit zu rechnen ist.
Angesichts der in der zweiten Hälfte zu erwartenden Aufstellungen von weiteren Luftreinhalteplänen für Duisburg muss frühzeitig eine Bestandsaufnahme der Verkehrssituation in Bezug auf Lärm und Feinstaub erarbeitet werden. Dabei sind sowohl gemessene als auch errechnete Werte (z.B. im Rahmen des Grobscreening) ebenso wie
Zahlen zur Verkehrsmenge an den einzelnen Straßen sowie die Rolle der einzelnen Straßen im Gesamtstraßennetz zu berücksichtigen.
Ohne eine solche Datengrundlage ist keine politische Entscheidung zu verkehrlichen Maßnahmen für Luftreinhaltung möglich. Dasselbe gilt auch für den Lärm.
Duisburg ist auch ein Knotenpunkt im europaweiten Güterfernverkehr. Verschiedenste Logistikzentren liegen im Stadtgebiet von Duisburg, oft entfernt von den zahlreichen Autobahnanschlüssen. Da der Schwerlastverkehr eine besonders große Rolle bei Grenzwertüberschreitungen für Lärm und Feinstaub spielt, muss Duisburg frühzeitig über innerstädtische verkehrliche Maßnahmen nachdenken, die die durch Schwerlastverkehr verursachten Grenzwertüberschreitungen reduzieren.
Nur wenn die Gesundheit der Stadtbewohner gewährleistet ist, kann das Logistikzentrum Duisburg weiter wachsen. Arbeitsplätze in der Logistikbranche bleiben nur erhalten, wenn gleichzeitig innovativ über den Schutz der ansässigen Bevölkerung vor verkehrsbedingten
Gesundheitsgefahren nachgedacht wird. Deshalb wird die Verwaltung frühzeitig aufgefordert, dem Rat alle erforderlichen Informationen auch zum Güterverkehr zur Verfügung zu stellen.
Beispielhaft ist die Initiative des Regionalverband Ruhr, der für das gesamte Ruhrgebiet die relevanten Daten zusammenträgt, um sinnvolle Maßnahmen zur regionalen Verkehrslenkung vorschlagen zu können. Nur so kann vermieden werden, dass lokal Probleme dadurch gelöst werden, dass man Verkehre verschiebt.

Antrag der SPD-Fraktion vom 19.05.2005
hier: Sachstand zur Schaffung von grünen Wegeverbindungen und neuen Parkflächen und Wegeverbindungen
Inhalt
Die Verwaltung wird beauftragt, einen Sachstandsbericht zu den in den letzten Jahren geschaffenen grünen Wegeverbindungen vorzulegen. Dieser Sachstand ist sowohl als Karte als auch schriftlich vorzulegen und soll ergänzt werden um Vorschläge zur Schaffung neuer
Parkflächen und grüner Wegeverbindungen.
Begründung:
Mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen sind in den letzten Jahren viele Wegeverbindungen entstanden, so befindet sich derzeit der Grüne Pfad im Duisburger Norden im Ausbau, wo das Land für rund 6 km grüne Rad- und Wegeverbindung 1,6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt hat.
Um zu erkennen, wo auch in den nächsten Jahren noch sinnvolle grüne Wegeverbindungen und grüne Parkflächen angelegt werden können, muss eine Übersicht über das vorhandene grüne Wege- und Parknetz erstellt werden. Dann wird deutlich, wo Lücken geschlossen und neue Verbindungen geschaffen werden können.
Eine Karte, die diese grünen Wegeverbindungen im Netz der Parkanlagen deutlich macht, erlaubt es am einfachsten, Lückenschlüsse zu planen, deshalb ist eine solche Karte zu erstellen. Daneben ist aufzulisten, wie viel Kilometer Weg wo geschaffen wurden und wie viel Geld dies gekostet hat.
Die knappen Landesmittel werden nur dann nach Duisburg für weitere Grünverbindungen fließen, wenn die Stadt sinnvolle Konzepte vorlegt, so wie dies bisher im Rahmen des Grünzuges A des Emscher Landschaftsparks geschehen ist.
Angesichts der Feinstaubdiskussion sind grüne Wegeverbindungen ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt.

Antrag der SPD-Fraktion vom 19.05.2005
hier: 10 Jahre Umweltamt
Inhalt
Die Verwaltung wird beauftragt, eine Bilanz über die zehnjährige Arbeit des Umweltamtes vorzulegen. Diese Bilanz soll spätestens im Oktober 2005 der Öffentlichkeit vorgelegt werden, da der Ratsbeschluss zur Gründung im Oktober 1995 gefallen ist.
Begründung:
Vor zehn Jahren, im Oktober 1995, beschloss der Rat auf Initiative der SPD-Fraktion die Gründung des kommunalen Umweltamtes in Duisburg. Die bis dahin auf verschiedenste Ämter verteilten Umweltschutzbehörden wurden in einem Amt zusammengefasst. Dadurch konnte die Berücksichtigung von Umweltbelangen bei städtischen Entscheidungen deutlich verbessert werden.
Die Arbeit des Umweltamtes hat gezeigt, dass Ökologie und Ökonomie vereinbar sind. Die hohe Akzeptanz der Arbeit des Umweltamtes beruht aber auch darauf, dass Verwaltung und Politik immer wieder deutlich machen, welche positiven Folgen für die Umwelt erzielt werden, wenn man sich professionell um Umweltbelange kümmert. Eine gute Umwelt ist kein Selbstläufer, sondern muss hart erarbeitet werden. Nur das stete Bemühen um gute Kompromisse zwischen Ökonomie und Ökologie führt zu einer Umweltpolitik, die auch akzeptiert wird. Gute Beispiele dafür waren in den letzten Jahren die Altlastensanierung des
Kruppgeländes in Rheinhausen als Voraussetzung für Logport, die Zertifizierung des Duisburger Waldes nach dem FSC Standard oder die Gründung des Vereins KlimaTisch mit Mitteln der TKS AG, nach Genehmigung der neuen Kokerei Schwelgern.
Deshalb soll den Duisburgerinnen und Duisburgern durch eine Bilanz deutlich gemacht werden, dass ein gut ausgestattetes und professionell arbeitendes Umweltamt ein wichtiger Baustein für den Standort Duisburg ist.

Antrag der SPD-Fraktion vom 19.05.2005
hier: Resolution Baumschutzsatzung
Inhalt
Die Verwaltung wird aufgefordert, dem Umweltausschuss Schwierigkeiten und Problemstellungen in der alltäglichen Arbeit mit der Baumschutzsatzung aufzuzeigen.
Begründung:
Laut Presseberichterstattung scheint es politisch motivierte Versuche zu geben die Baumschutzsatzung abzuschaffen bzw. zum Nachteil des Duisburger Baumbestandes auszuhöhlen. Diese Versuche sind abzulehnen. Auch wenn bestimmte Nachteile wie z. B. Schattenwurf oder Laubfall durch Bäume im Stadtgebiet hingenommen werden müssen, überwiegen doch die stadtökologischen Vorteile wie z.B. die Klimaverbesserung und Staubbindung in den Stadt-Quartieren. Fachleute sind sich aus diesen Gründen einig, dass der Schutz der Bäume wichtig für eine Stadt ist. Eine Überarbeitung der Baumschutzsatzung kann nur dem Zweck dienen, im Spannungsfeld
zwischen Praktikabilität der Handhabung und dem Schutz der Bäume die beste ökologische Lösung zu finden.

Die Anträge wurden alle mit großer Mehrheit beschlossen.

Bruno Sagurna, SPD-Ratsherr
Umweltpolitische Sprecher SPD Fraktion
Kontaktdaten