Wedau ist Vergangenheit, Gremberg ist Gegenwart
27.04.2006

Die letzten Mitarbeiter des geschlossenen Wedauer Ausbesserungswerkes der Bahn haben neue Arbeitsplätze im Osten Kölns bekommen und haben sich dort gut eingearbeitet. Nur die lange Fahrtzeit wird beklagt.

Wedau ist Vergangenheit, Gremberg ist Gegenwart.
Jahrelang haben die Eisenbahner für die Zukunft ihres Ausbesserungswerkes im Süden Duisburgs gekämpft, haben ständigen Arbeitsplatzabbau hingenommen und Pläne vorgelegt, um ihr Werk sicher ins 21. Jahrhundert zu bringen.

Ende Dezember 2004 war allen Mühen zum Trotz Schluss in Wedau, die letzte Schicht für 130 Mitarbeiter. 70 von ihnen arbeiten jetzt in Köln-Gremberg, reparieren wie einst in Wedau Waggons, schweißen, hämmern, schmieren und lackieren. Und sind eigentlich zufrieden mit den Arbeitsplätzen im Osten der Domstadt - "wenn die Fahrerei nicht
wäre".

"Die sind vorher 30 Jahre von Wedau und Bissingheim zu Fuß ins Werk gegangen, die haben immer noch eine Träne im Auge, wenn sie morgens da vorbei kommen", beschreibt Bruno Sagurna die Stimmung unter seinen Kollegen.
Dabei habe sich die Bahn bemüht, die Arbeitszeiten auf die Bedürfnisse der "Neuen" abzustimmen: "Über den Arbeitgeber können wir uns nicht beklagen", sagt Bernhard Maaßen, Betriebsratsvorsitzender in Wedau, Betriebsratsvorsitzender auch
in Gremberg. Für einige ältere Kollegen habe man Altersteilzeit vereinbart, "die haben wir gar nicht mehr auf die Reise geschickt".