Seglergemeinschaft befreit seit Jahren eine 300 Meter lange Zufahrt von Schlaglöchern. Jetzt soll eine Lösung her.
Es ist ein Niemandsland, unter dem die am Lohheidesee beheimatete Seglergemeinschaft Baerl seit Jahren leidet. Von der Orsoyer Allee führt eine Straße, die sich aufgrund ihrer Schlaglöcher geradezu als Stoßdämpfer-Teststrecke anbietet, zum Vereinsgelände. Und damit Autofahrer, Radfahrer und auch Fußgänger unbeschadet zum Lohheidesee gelangen, leisten die Vereinsmitglieder Jahr für Jahr viele Arbeitsstunden, um die Straße wieder zu begradigen. Der Verein zahlt das Material, und das wird ihm laut seinem Vorsitzenden Ludger van Holt allmählich zu teuer.
SPD Homberg wird aktiv
Auf die Problematik wurde der SPD-Ortsverein Homberg unter seinem Vorsitzenden Hans-Joachim Paschmann bei der jüngsten Sportstättenbegehung im Bezirk aufmerksam und sieht Handlungsbedarf. Deshalb mobilisierte der Ortsverein verschiedene Ansprechpartner. Zu einem ersten Gespräch kamen gestern im Vereinsheim zusammen: SPD-OB-Kandidat Jürgen C. Brandt, Bruno Sagurna (stellvertretender Vorsitzender des RVR- Umweltausschusses), Ulrich Carow (Bereichsleiter Umwelt beim RVR), Hans-Joachim Paschmann und Ludger van Holt.
Der Regionalverband Ruhr (RVR) kaufte vor etwa zwei Jahren den Baerler Busch und ist seither für die Hege und Pflege des gesamten Gebietes, einschließlich seiner Wege verantwortlich. Nicht in seiner Verantwortung liegt dieses 300 Meter lange Stück entlang den Bahnschienen. So viel wussten gestern schon alle Beteiligten: Die Straße ist nach wie vor Eigentum der NIAG. Hans-Joachim Paschmann: „Die Straße war früher einmal ein Reparaturweg der NIAG. Da heute die Pflege der Schienen von der Schiene aus erfolgt, wird die Straße als Reparaturweg nicht mehr benötigt.” Und seither kümmert sich die NIAG offensichtlich nicht mehr um die Instandhaltung.
Und so richtig zuständig ist offenbar niemand. Die Stadt nicht, weil ihr die Straße nicht gehört, obgleich auch die Feuerwehr bei Einsätzen dort entlang fährt. Der RVR nicht, da er den Baerler Busch gekauft hat, um Flächen für die Freizeit und Erholung zu sichern und sein Wegekonzept auf ökologische Belange abgestimmt hat. „Die Wege brauchen wir für Förster und bei Waldbrand natürlich für die Feuerwehr. Die Flächen sind nur mit einer Granulatschicht versehen”, erläuterte Ulrich Carow. Den augenzwinkernde Vorschlag von Hans-Joachim Paschmann, ob der RVR den kleinen „Blinddarm” von 300 Meter nicht übernehmen könne, zumal ihm ja auch die Orsoyer Allee gehöre, wollte Ulrich Carow nicht annehmen. Der Grund: die angespannte Haushaltslage des Regionalverbandes.
Um nicht jedes Jahr aufs Neue die Straße herrichten zu müssen, wäre die Seglergemeinschaft über eine Asphaltdecke, die zwischen zehn und 15 Jahre hält, glücklich. Und so ist der Vorschlag des RVR-Bereichtsleiters an den Vorstand der 180 Mitglieder umfassenden Seglergemeinschaft eine Gesprächsbasis: Vorsitzende van Holt zeigte sich geneigt, dass der Verein die Pflege der Straße übernehmen würde, würde sie denn vernünftig vorgerichtet.
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